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Neu: Chen-Stil Taiji Neu findet jeweils am Montag von 18.00-19.00 Uhr einen Taiji Chen-Stil Kurs statt. Der Kurs ist für Personen jeglichen Alters geeignet. Keine Voraussetzung, aber hilfreich sind Taiji-Vorkenntnisse. Der Chen-Stil ist der älteste Stil des Taijis. Er zeichnet sich durch die abwechselnd weichen, fliessenden Bewegungen und schnellen, explosionsartigen Techniken aus. Taiji allgemein fördert die Konzentrationsfähigkeit, das Gleichgewicht und die Bewegungskoordination. Die ruhige, tiefe Atmung regt das Herz-Kreislaufsystem an und die verbesserte Durchblutung beeinflusst den Stoffwechsel positiv. Zudem unterstützen die weichen Bewegungen den Bewegungsapparat. Die Muskeln, Sehnen und Bänder werden trainiert und elastisch gehalten und die Wirbelsäule wird durch die spezielle Körperhaltung entlastet. Die ausgebildete Trainerin Wu Yongmei schloss nach der aktiven Zeit als Wettkämpferin an der Sportuni in Guangzhou/China ein Sportstudium über Wushu und Taiji ab. Vor 11 Jahren gründete sie das Wushu Zentrum Bern. Sie ist ausserdem Schweizer Wushu-Nationaltrainerin und für die Ausbildung der Schiedsrichter und Trainer verantwortlich. _____
Schweizermeisterschaft 2008 Die diesjährige Schweizermeisterschaft ist schon wieder Geschichte. Am Sonntag, dem 23.11.2008 fand diese in St. Gallen statt. Ausgerichtet wurde sie vom China Wushu Institut, welche auch eine spektakuläre Mittagsshow zeigte. Vom Wushu Zentrum waren 9 Athleten nominiert. Die Jüngsten der Truppe, Tomislav Kafadar und Clarissa Hilber zeigten sehr gute Leistungen. Clarissa schaffte es gleich bei ihrer ersten SM auf den 2. Platz. Auch Tomislav konnte eine Silbermedaille mit nach Hause nehmen. Beide hatten gegen eine starke Konkurrenz anzutreten und es wird sicher spannend sein, die Entwicklung dieser Kinder weiter zu verfolgen. Gilda Laneve darf sich jetzt mit gutem Recht Schweizermeisterin nennen. Mit der Pflichtform Nangun erzielte sie dieses gute Resultat. Beim Nanquan musst sie sich leider mit dem 4. Rang begnügen, da sie einen ganzen Punkt Abzug für das Vergessen der Form bekam. Dies ist besonders schade, weil sie ansonsten auch da eine sehr starke Leistung zeigte. Pech hatte Andreas Koch. Bei ihm gab es einen ungerechtfertigten Abzug, was ihn im Changquan den 3. Platz kostete. Dafür erhielt er die Bronzemedaille mit seiner freien Schwertform. In derselben Kategorie wurde Kenny Krebs mit dem Säbel Zweiter, dies mit einer Note von 9.04. Auch bei den waffenlosen Freien Formen schaffte er es mit der Note 9.03 auf den 2. Platz. Dazu muss man aber sagen, dass die Noten an dieser SM allgemein recht hoch angesetzt waren. An Internationalen Wettkämpfen kämen diese wohl nicht so zustande. Wir gratulieren all unseren Athleten zu ihren guten Leistungen und hoffen, dass sie in der nächsten Saison ebenso erfolgreich und motiviert an den Wettkämpfen starten werden.
01. Nov. 2008 - Der Tag der offenen Tür war ein voller Erfolg!
Einige hundert Leute waren vor Ort, um mit uns zusammen den Tag der offenen Tür zu feiern. Die Gäste sowie die Schüler amüsierten sich bei Grilladen, Kaffe und Kuchen und vor allem während den zwei Vorführungen, die jeweils über eine Stunde dauerten. Fast alle Schüler des Wushu Zentrums zeigten in einer actiongeladenen Show, was Sie in den Jahren (oder zum Teil auch nur ein paar Wochen) gelernt haben.
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_____ 3. QT in Urdorf Am Morgen starteten Kenny Krebs und Andreas Koch bei den Freien Formen Changquan. Kenny erreichte in dieser Kategorie den dritten Schlussrang. Andy hatte leider einige Abzüge bei den Schwierigkeitsgraden, was bei seiner sonst guten Form schade war. Genauso bei Kemal Candan bei der südlichen Freien Faustform; Bei ihm reichte es nur noch auf den fünften Platz, was er aber mit einem ersten und zweiten Rang bei den Pflichtformen waffenlos und mit Kurzwaffen wieder gut machte. Joy Odermatt und Saheka Fuster schafften bei den Freien Form Changquan den dritten, bzw. zweiten Rang. Vor allem Joy zeigte, wie viel Kraft und Potenzial in ihr steckt. Am Nachmittag waren die Kinder an der Reihe, darunter auch Tomislav Kafadar mit zwei 32er Pflichtformen. Ohne Waffen trat er gegen 13 Kandidaten an und erkämpfte sich den sagenhaften zweiten Platz, mit einer durchwegs überzeugenden Darbietung. Gilda Laneve zeigte ebenfalls eine sehr gute Leistung mit ihren beiden südlichen Pflichtformen. Dafür wurde sie mit einer Gold- und einer Silbermedaille belohnt. Drei Wochen China Unsere achtköpfige Gruppe kam am Sonntag, 6. Juli, in X’ian an. Wir hatten drei Wochen China vor uns, was Training, Geschichte, Reisen und natürlich gutes Essen beinhaltete. Gleich am ersten Abend gingen wir mit ein paar Freunden von Fan Qiang essen. Die Chinesen wissen zu feiern, und wir waren dankbar, dass am nächsten Tag Ausschlafen angesagt war. Am Nachmittag konnten wir das erste Training ausgeruht in Angriff nehmen. Sandra, Florian und ich begannen bei Yang-Laoshi Xingyiquan zu lernen. Kenny, Andy und Kemal übten derweilen ihre Wettkampfformen. Am selben Abend gingen wir schon das erste – und nicht das letzte – mal in eine Karaoke-Bar. Es waren viele Chinesen und wir anwesend. Die Atmosphäre war einzigartig. Jeder gab etwas zum Besten, ob er die Töne traf oder nicht war unwichtig. Dabei bewiesen einige ihre riesige Lungenkapazität. Am Mittwoch durften wir einmal beim Provinzteam von Shaanxi mittrainieren. Wir verteilten uns entsprechend in die Sanda-, Taiji- und Wushuteams. Es war eine anspornende und lehrreiche Erfahrung. Nur die Verständigung war – auf jeden Fall bei mir – ziemlich schwierig. Wir konnten genauso wenig Chinesisch wie sie Englisch. Aber mit Händen und Füssen kamen wir ziemlich weit. Am selben Tag gingen wir noch die weltberühmte Terrakotta-Armee besichtigen. Jacques Chirac soll anlässlich seines Besuches dort gesagt haben: „Wer die Terrakotta-Armee nicht gesehen hat, hat China nicht gesehen“. Damit hat er wohl nicht Unrecht. Es ist unglaublich zu sehen, welcher Aufwand da vor über 2000 Jahren geleistet wurde. Jeder der Tonkrieger ist individuell und bis ins kleinste Detail wahrheitsgetreu gestaltet. Und das ganze nur mit Menschenkraft. Ich war auf jeden Fall sehr beeindruckt. Später in diese Woche besichtigten wir noch die alte Stadtmauer und das historische Museum. Beides war sehr spannend, kann aber bei weitem nicht mit der Terrakotta-Armee verglichen werden. Ebenfalls nennenswert ist das Muslimviertel der Stadt. In X’ian ist die Minderheit der Chinesischen Muslime überdurchschnittlich vertreten. Auch viele von Fan Qiangs Freunden sind Muslime. In deren Quartier ist ein bunter, sehr belebter Markt. Ich kaufte dort – jeweils nach langen Preisverhandlungen – alle meine Geschenke ein. Wir blieben noch bis am Montag in X’ian. In dieser Zeit trainierten wir eigentlich täglich. Die Xingyiquan-Form lernten wir fertig und Kenny und Andy standen am Ende beide ihren Butterfly mit Schraube. Zudem brachte uns Yongmei das Mahjong spielen bei. Weiter ging es nach Dengfeng, wo das Shaolin-Kloster steht. Dort wohnten und trainierten wir eine Woche lang in der Tagou-Schule, der weltweit grössten Wushu-Schule mit ca. 30 000 Schülern. Ein Besuch des Shaolin-Klosters war ein Muss. Die Anlage an sich ist sehr schön und durch einen Guide lernten wir noch einiges Wissenswertes über dessen Geschichte. Mich störte aber die kommerzielle Vermarktung des Ganzen, was nicht mehr viel mit der ursprünglichen Idee des Klosters zu tun hat. Beim Pagodenwald, der letzten Ruhestätte der wichtigen Mönche und Äbte, stach eine ganz besondere Pagode heraus. Sie war modern gestaltet; es war das Denkmal des letzten verstrobenen Abtes. Wir erfuhren, dass Yongmei ihn persönlich kannte. An einem anderen Tag unternahmen wir einen Ausflug nach Zhengzhou. Wir hatten Gelegenheit den Männern des Provinzteams beim Training zu zuschauen und bekamen zu sehen, was Kraft wirklich ist. Am letzten Abend in Dengfeng gingen wir eine spezielle Show anschauen. Diese fand im Freien statt, die Kulisse war direkt in die Berge „eingebaut“ es war ziemlich spektakulär, ein bisschen kitschig, aber sehr schön. Am nächsten Morgen flogen wir in Richtung Guangzhou, der Heimat von Yongmei, ab. Diese letzten paar Tage waren trainingsfrei. Die Zeit verbrachten wir mit viel shoppen, noch mehr essen und einfach nur sein: Richtige Ferien halt. Einmal machten wir auf dem Perlenfluss durch die Stadt eine nächtliche Bootstour, ein anderes Mal gingen wir in einem 1.5 m tiefen Becken „schwimmen“ und natürlich durfte der – zum Teil unfreiwillige – Besuch beim Coiffeur nicht fehlen. Es war eine sehr erholsame Woche. Viel zu schnell kam mit dem Sonntag der Abreisetag. Es hiess Abschied nehmen, denn Yongmei, Kenny und Andy blieben noch eine weitere Woche. Auf dem Rückflug fasste ich – wohl nicht als einzige – den Entschluss so bald wie möglich eine weitere Reise ins Reich der Mitte zu unternehmen. 2. QT in Amriswil Irgendwo im Thurgau am Ende der Welt fand am Sonntag, 29. Juni 2008 das zweite Qualifik ationsturnier statt. Es war für das Wushu Zentrum nicht nur in meteorologischer Hinsicht ein sonniger Tag. Angefangen mit Kemal Candan, der gleich in der ersten Kategorie mit seinem neuen freien Nanquan startete. Mit der Endnote von 8.14 platzierte er sich auf Rang 4. Bei den Pflichtformen zeigte er eine konstante Leistung und erkämpfte sich bei den Nanquan und Nandao Pflichtformen den 2. Platz. Auch dieses Mal muss die starke Leistung von Gilda Laneve erwähnt werden. Mit den altbewährten Formen Nanquan und Nandao erreichte sie zweimal den 1. Podestplatz. Weniger glücklich erging es Joy Odermatt, bei der in der freien Form der Säbel buchstäblich auseinander fiel. Dies gab ein Abzug von 1.00 wegen nicht beenden der Form. Die Endnote von 7.42 zeigt aber, was noch möglich gewesen wäre. Dafür kompensierte sie dies mit einer sauberen Changquan Form und dem 3. Platz in dieser Kategorie. Deutlich verbessert hat sich auch Kenny Krebs. Er zeigte eine tolle Changquan Form und wurde dafür mit einer Note von 8.81 und dem 1. Rang belohnt. In der grössten Kategorie, Kinder waffenlos 32er Form, starteten 20 kleine Wushuaner. Von unserer Schule mit dabei waren Tomislav Kafadar, Clarissa Hilber und Fathi Yagan Furkan. Für Clarissa war es das erste Turnier. Sie trainiert erst seit einem Jahr Wushu und hat noch grosses Potential. Das zeigt auch der 6. Schlussrang in dieser Gruppe. Tomislav Kafadar zeigte sehr gute Leistung und erreichte den 4. Schlussrang, notengleich mit dem 3. Platz. Für die meist neuen Schiedsrichter stellte diese Kategorie eine grosse Herausforderung dar, die sie aber souverän bewältigten. Pfingstlager in Saas Grund Zum ersten Mal führte das Wushu-Zentrum das traditionelle Pfingstlager ohne Partnerschule durch. Mit 30 Schülern hatten wir eine kleine aber feine Gesellschaft beieinander. Trainiert wurde Wushu und Taiji unter der Leitung von Yongmei, Fan und Sandro. Die „Wushuaner“ lernten eine neue Form, wobei sie zwischen Fächer und Neungliederpeitsche wählen konnten. Das Wetter hielt und wir konnten alle Trainings im Freien direkt vor unserem Haus durchführen. In der trainingsfreien Zeit hatten wir Gelegenheit, die Leute, die wir vielleicht einmal in der Woche sehen, ein bisschen besser kennen zu lernen. Man sprach viel, kochte zusammen und hatte eine Menge Spass. Beeindruckend war auch zu sehen, wie respektvoll die Kinder miteinander umgingen und wie sie sich gegenseitig mit ihren Aufgaben in der Küche halfen. Die drei Tage vergingen wie im Flug. Kaum angekommen, musste man sich schon wieder verabschieden. Aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude und das nächste Pfingstlager kommt bestimmt! 1. QT in Lichtensteig Am Sonntag, 30. März 08 wurde im St. Gallerischen Lichtensteig das erste Qualifikationsturnier ausgetragen. Für das Wushu-Zentrum war der Auftritt ein voller Erfolg. Den Auftakt machte Kemal Candan mit seiner Nanquan-Pflichtform wofür er die Endnote 8.5 erhielt, was den Sieg bedeutete. Dies war doch ein vielversprechender Beginn.
Gleich erfolgreich ging es mit Gilda Laneve weiter. Sie startete mit Nangun und zog ihre Form mit viel Kraft und sehr gutem Ausdruck durch. Dies wurde von den Schiedsrichtern entsprechend mit der Erstplatzierung honoriert. Auch beim nächsten Start mit Nanquan stand sie zuoberst auf dem Podest. Diesmal wurde es aber sehr spannend, da die zweit platzierte Melanie Wyss dieselbe Note wie sie hatte. Entscheidend für den Sieg war, dass Gildas Durchschnitt der Streichnoten näher bei der Endnote lagen. Ebenfalls gegen Wyss Melanie traten Saheka Fuster und Joy Odermatt in der Kategorie Frei Formen ohne Waffen an. Sie erreichten den zweiten, bzw. dritten Rang. Bei diesen Formen ist in den zweien noch Potential vorhanden, vor allem was die Schwierigkeitsgrade betrifft. Am Nachmittag waren als erstes die jüngsten Athleten an der Reihe. 14 Kinder starteten mit der 32er waffenlosen Pflichtform, was für Schweizerische Verhältnisse ziemlich viel ist. Mit dabei waren Fatih Yagan Furkan und Tomislav Kafadar. Für Fatih war es das erste Turnier und dafür zeigte er eine gute Leistung. Mit dem 10. Rang kann er sehr zufrieden sein, vor allem weil es eine enorm starke Konkurrenz war. Umso erfreulicher ist der zweite Platz, den sich Tomislav erkämpfte. Er startete schon an einigen Turnieren und verbesserte sich zusehends. Diesmal zog er seine Form sehr sicher, mit gutem Ausdruck und erstaunlich viel Kraft durch, wofür er die Silbermedaille in jedem Fall verdiente. Ausschliesslich bei den Freien Formen startete Andy Koch und zeigte eine gewohnt souveräne Leistung. Mit dem Schwert wurde er 4. und mit Chanquan stand er auf dem dritten Podestplatz. Der einzige Kämpfer der Truppe war Dragan Milic, der in der Kategorie Sanda +90kg antrat und sich den dritten Endrang sicherte. Es bleibt nur noch zu sagen, dass wir zwar mit einem kleinen aber sehr starken Team antraten. Wir können stolz auf unsere Athleten sein und uns schon auf das nächste Turnier Ende Juni freuen. Die vollständige Rangliste findet ihr unter www.swisswushu.ch.
Guangzhou und Beijing - 28.10. - 18.11.07 Am 28. Oktober trafen wir alle ein. Yongmei, Fan Qiang und ich. Gut gelaunt und schwer bepackt traf man sich am Flughafen, um die folgende 3-wöchige Reise in Angriff zu nehmen. Als Erstes ging es nach Guangzhou, in Yongmei’s Heimat, wo wir ihre Familie besuchen wollten. Der Flug ging über Amsterdam und Peking nach Guangzhou. Dort angekommen fuhren und fuhren wir. Ich sah die Lichter der Stadt kommen… und dann wieder entschwinden. Nach mehr als einer Stunde erreichten wir das Hotel – im Niemandsland von Guangdong. Später fand ich heraus, dass die Wohnsiedlung von Yongmei’s Eltern, wo wir uns befanden, zwar einige Kilometer ausserhalb der Stadt war, aber bereits Häuser geplant sind bis hin zur Siedlung und darüber hinaus. Wenn wir in 2 Jahren wieder kommen werden, wird dort alles verbaut sein. Ähnlich sieht es aus mit der U-Bahn Station. Im Moment steht diese wirklich in einer Einöde. Weit und breit sieht man keine Häuser aber mitten im Acker steht eine U-Bahnstation. Auch hier wird in zwei Jahren alles voller Häuser sein. Dann haben sie immerhin schon eine U -Bahn dazu. Typisch für diese Erklärungen ist auch, dass ich vor meinem Hotelzimmer eine Baustelle hatte, die ca. 100x500 Meter gross war. Am ersten Tag waren die Arbeiter gerade dabei, den Boden zu betonieren. Am sechsten und letzten Tag waren sie im dritten Stock. Das ist für uns vollkommen unvorstellbar, mit welcher Geschwindigkeit da modernste Häuser aus dem Boden gestampft werden. Sehr beeindruckend. Wir verbrachten einige Tage damit, die Familie und Freunde zu besuchen und vor allem, vorzüglich zu essen. A propos Essen. Die Kantonesen, die essen wirklich alles. Es gibt so ein Sprichwort das besagt, „was dem Himmel den Rücken kehrt, kann gegessen werden“. Und das befolgen sie auch. Das Essen ist wirklich gut, aber für den westlichen Gaumen zum Teil ein wenig ungewöhnlich. Oder essen Sie regelmässig ganze Frösche, ganze gedämpfte Krabben, Hühnerblase, Qualle und Schlange? Der Höhepunkt der Essenserfahrungen war das Familienessen mit Eltern, Onkel und Tanten. Um das Essen zu bestellen gingen wir einen Stock runter und standen plötzlich in Mitten eines Marktes. Andere würden es auch Zoo nennen. Da gab es tausende Tiere. Lebende, versteht sich. Da sah man Pfaue und Hasen, Krabben und Muscheln, Frösche und Quallen, Schlangen und Aale, Käfer und Würmer. Es gab schlicht alles, was kleiner war als ein Schwein. Ausser Katzen und Hunden. Entgegen der allgemeinen Vorstellung sah ich keine Katzen oder Hunde, die verspiesen wurden. Ich sah auch keine auf einer Menukarte.
Wir suchten uns also während etwa einer halben Stunde unser Essen aus. Diese Krabbe, jener Fisch, dieses Huhn, diese Austern und diese Schlange… Also, Yongmei suchte aus. Ich war staunend am fotografieren. Als wir danach wieder zu unserem Tisch kamen waren die ersten Speisen schon fertig angerichtet und serviert. Es war ein riesiges Essen und sehr lecker… …danach lernte ich vier Tage lang alle öffentlichen Toiletten in Guangzhou von innen kennen. Und das ist wirklich eine Erfahrung, um die man niemanden beneidet. Vor allem, da es in Guangzhou in keiner Toilette Papier gibt. Das muss man selbst mitbringen. Nun nach 3 Tagen ass ich zum ersten mal wieder was Richtiges. Es war ein Cheeseburger aus dem McDonalds. Danach ass ich einige Tage nur noch westliches Essen, da ich meinem Magen nicht traute.
Guangzhou ist übrigens eine schöne Stadt, die ich gerne ein wenig besser kennen gelernt hätte. Leider kommt man ohne Mandarin oder idealerweise Kantonesisch wirklich nirgends hin. In Guangzhou spricht praktisch niemand English. Ohne Leute zu kennen und ohne Chinesischkenntnisse kommt man hier leider nicht durch. In der zweiten Woche ging Yongmei bereits nach Beijing, Fan Qiang reiste zu seiner Familie na Xi’an und ich machte mich auf um meine Freunde in HongKong und Macau zu besuchen. Entsprechend gibt es da weniger zu erzählen von unseren Erlebnissen. Machen wir also mit Beijing weiter. Es ist ein unglaublicher Frust, wenn man bei 26 Grad in Hongkong in den Flieger steigt, drei Stunden fliegt und bei drei Grad in Beijing aussteigt. Meine Güte habe ich geflucht! Nein, Peking gefiel mir erst gar nicht. Fan Qiang holte mich vom Flughafen ab, er kam schon einen Tag früher an, zusammen mit Sandra. Wir fuhren wieder eine gute Stunde. Die Sonne war hinter einer grossen dicken Nebelschicht versteckt. Andere nennen es Smog. Danach kamen wir im Hotel an und das Hotelzimmer war auch kalt. Als ich Fan Qiang fragte wegen der Heizung sagte er, dass „wir in China ab dem 13. November heizen“. Nein, ich mochte Beijing nicht wirklich… Abends gingen wir dann direkt zur Eröffnung der Wushu Weltmeisterschaft. Die Eröffnung war beeindruckend und schön. Wir jubelten der Schweizer Nationalmannschaft zu und suchten nach Yongmei irgendwo auf der Schiedsrichtertribüne. Jet Li trat auf. Ein grosser Augenblick für alle, den Meister mal in Echt zu sehen. Leider war ich ein wenig enttäuscht, dass er nur auftrat und nichts gezeigt hat. Ich hatte gehofft, ihn mal in Action zu sehen. Nundenn, es war sehr beeindruckend, 300 kleine Kinder zu sehen, die eine Übung zeigen oder 1000 ältere Menschen, die die 24er Taijiquan Übung zeigen, die man übrigens in unserer Schule auch lernen kann. Die Show war wirklich beeindruckend. Am nächsten Morgen gingen wir wieder an die WM und schauten uns den strammen Sandro an. Mir gefiel seine Übung und ich habe sehr viele Bilder machen können. Ich fand ihn gut. Die Punkterichter aber fanden ihn nicht ganz so gut wie ich. Eigentlich schade. Dies blieb leider der einzige Besuch von mir an der Wushu Weltmeisterschaft. Ich verbrachte fast die ganze Woche zusammen mit einer guten Freundin, die mir Beijing zeigte, mit der ich andere Fotografen traf und die Stadt aus einer ganz anderen Sicht kennen lernen. Einen Tag später funktionierte die Heizung im Hotel und das Wetter wurde besser. Wir hatten sogar tiefblauen Himmel. Das nenne ich nicht Smog, das war wirklich ein klarer, blauer Himmel. Zusammen mit der Tatsache, dass ich so ganz nahe bei den Leuten war, Geheimtips gezeigt bekam, dass ich viele Beijing Ren kennen lernen durfte, in den Ausgang in die tollsten Clubs mitgenommen wurde und merkte, dass ich die Seele von Beijing bisher nur gestreift habe – begann ich Beijing zu lieben. Leider ging es dann Ende Woche wieder nach Hause. Ich persönlich hatte eine wunderbare Zeit in China. Guangzhou und Beijing gefallen mir sehr gut. Ich habe mein Herz ein Weiteres Mal an dieses Land verloren. Ich werde wieder kommen und schauen, ob ich es wieder finden kann.
Ihr könnt alle 1700 Fotos von der Reise auf meiner Website finden unter: http://www.oliveroettli.ch/gallery2 Xie xie Yongmei & Fan Laoshi.
Schweizermeisterschaft Am vergangenen Sonntag wurde die Turniersaison dieses Jahres mit der Schweizermeisterschaft in Oberentfelden beendet. Leider konnten einige unserer Sportler nicht starten, da sie krank oder verletzt waren. Aber wenn auch einige Topathleten fehlten, war das Niveau der gestarteten Sportler in jedem Fall sehenswert. Da war zum Beispiel Tomislav Kafadar, der mit zwei 32er-Formen an seiner ersten SM startete und zweimal damit Dritter wurde. Seine kleinen Notenabstände zu den Zweitplatzierten zeigen deutlich, dass da noch eine Menge Potenzial vorhanden ist. Genauso bei Gilda Laneve, die ebenfalls mit zwei Formen startete. Mit ihrer Stockform wurde sie in einem Schulinternen Wettkampf vor Joy Odermatt und Saheka Fuster Erste. Leider hat sie im Nanquan eine ganze Linie vergessen, was zum Abzug von einem Punkt führte. Doch mit mehr Wettkampferfahrung wird ihr in Zukunft ein solcher Fehler sicher nicht mehr unterlaufen. Bei den Freien Formen starteten diesmal nur die JuniorInnen aus Bern. Andy Koch und Kenny Krebs waren in zwei Kategorien die einzigen Kontrahenten. Die Zweikämpfe gewann jeweils Andy Koch mit seinen Changquan- und Schwertformen. Insgesamt war es ein sehr erfolgreiches Turnier. Die grosse Überraschung am Ende des Tages war dann der Pokal für die beste Schule im Formenbereich, den unsere Athleten nach Hause nehmen durften. Die vollständige Rangliste findet ihr unter http://www.swisswushu.ch/index.php?id=28 Fotos könnt ihr unter diesem Link betrachten: http://picasaweb.google.de/wuguan.ch/SM2007
2. Qualifikationsturnier Am vergangenen Sonntag starteten wieder einige unserer Athleten an dem 2. Qualifikationsturnier in Nürensdorf. Zum ersten Mal konnten wir auch einen Sanda-Kämpfer an das Turnier schicken. Ahmed Munib trat in der Kategorie bis 65 Kg. Leider schied er bereits in der ersten Runde aus, doch dazu muss man erwähnen, dass Munib rund 10 Kg leichter als sein Gegner war. Bei den Formen konnten einige gute Ergebnisse erzielt werden. So erreichte Sandro Amrein einen 1. und einen 2. Platz bei den freien Formen. Ebenfalls bei den freien Formen starteten Kenny Krebs, Joy Odermatt und Saheka Fuster. Die beiden Mädchen traten auch bei den waffenlosen Pflichtformen mit einer Säbelform an. In derselben Kategorie startete Gilda Laneve, die zum ersten Mal Nangun zeigte. Leider lief es für Gilda nicht so gut, was sie aber mit ihrem 1. Platz bei den waffenlosen Formen wieder wettmachte. Bei den Knaben konnte Tomislav Kafadar erneut sein Talent unter Beweis stellen. In der am härtesten umkämpften Kategorie, Kinder bis 12 Jahre ohne Waffen, wurde er Dritter und mit seiner Säbelform errang er den 2. Podestplatz. Die vollständige Rangliste findet sich auf www.swisswushu.ch In der trainingsfreien Zeit hatten wir Gelegenheit, die Leute, die wir vielleicht einmal in der Woche sehen, ein bisschen besser kennen zu lernen. Man sprach viel, kochte zusammen und hatte eine Menge Spass. Beeindruckend war auch zu sehen, wie respektvoll die Kinder miteinander umgingen und wie sie sich gegenseitig mit ihren Aufgaben in der Küche halfen. Die drei Tage vergingen wie im Flug. Kaum angekommen, musste wir uns schon wieder verabschieden. Aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude und das nächste Pfingstlager kommt bestimmt!
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